Nie wieder "Meister der Herzen"
„Letztes Jahr haben wir noch in der Kreisliga A1 gespielt“, blickt Weitmars Trainer Lars Tolk noch einmal zurück, der mit seinen Jungs mittlerweile ins dritte Trainerjahr geht. „Nun spielt unsere Dritte in der Kreisliga A3 und wir sind wieder in der A2 zu Hause.“ Erfolgreich haben die „45er“ allerdings auch in der Kreisliga A1 Fußball gespielt, doch im Sommer wurde die Tolk-Elf mit dem zweiten Tabellenplatz nur „Meister der Herzen“. „In diesem Jahr möchten wir natürlich wieder um den Titel spielen.“
Auftakt nach Maß
Die Vorbereitung auf diese Spielzeit verlief laut Lars Tolk eher durchwachsen. Immerhin konnte er eine wichtige Erkenntnis aus dieser Zeit mitnehmen. „Immer wenn es darauf ankommt, sind wir da.“ So wurde am ersten Spieltag auch prompt Kellerkind DJK Arminia Bochum II mit 4:2 geschlagen. „Das war schon ein Auftakt nach Maß.“
Auf die Euphorie-Bremse musste der 34-jährige Übungsleiter allerdings schon nach dem zweiten Spieltag treten. Gegen die Zweitvertretung von SW Eppendorf gab es zu Hause eine 2:3-Niederlage. „Das war eine Katastrophe. Wir haben ganz grausam gespielt“, verstand er die Welt nach 90 Minuten nicht mehr. Gegen SW Wattenscheid 08 II (5:3) gab es am dritten Spieltag allerdings wieder eine klare Leistungssteigerung. „Da haben wir zum Glück wieder ein anderes Gesicht gezeigt und eine Serie gestartet.“
1:4 in Blankenstein
Bis zum siebten Spieltag, wo schließlich eine derbe 1:4-Niederlage beim TuS Blankenstein folgte, schien am Waldschlösschen die Sonne. Doch der Punkteverlust zeichnete sich trotz der Siege für Lars Tolk von Woche zu Woche schleichend ab.
„Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt unheimlich viele Verletzte zu beklagen und mussten auch noch Personal an die erste Mannschaft abgeben. In Hattingen konnten wir die Ausfälle einfach nicht mehr kompensieren.“ Und mit einem Auge schaute sich der Übungsleiter immer wieder die Tabelle an. „Die Distanz zur Spitze wurde gerade auch nach dem 1:1-Unentschieden gegen BW Weitmar 09 nicht kleiner.“
Aber die „45er“ gaben sich nicht auf und versuchten innerhalb der Mannschaft die Ruhe zu bewahren. Belohnt wurde diese Einstellung schließlich im Spitzenspiel gegen die SG Welper (1:0). „Durch eine hervorragende kämpferische Leistung haben wir die Hattinger geschlagen. Das war auch der Wendepunkt, so dass wir vom neunten Spieltag an, wieder eine Serie starten konnten“, freute sich Lars Tolk über den wichtigen „Dreier“.
Bei den Spielern setzteder Sieg nicht nur neue Kräfte frei, sondern viele Verletzte und Langzeit-Urlauber kehrten auch wieder in den Kader und somit ins Training zurück.
Die sportliche Entwicklung seiner Mannschaft betrachtet Lars Tolk durchaus sehr positiv. „Die Jungs sind von ihrer spielerischen Qualität viel reifer geworden. Zudem stellen wir uns viel besser auf unsere Gegner und die jeweiligen Platzverhältnisse ein.“
Aber auch das ausgeglichene Leistungsspektrum des Kaders steht für den Weitmarer Erfolg in der Liga. „Wir sind in den unterschiedlichen Mannschaftsteilen gut aufgestellt.“ In der Offensive sorgt Konrad Meister immer wieder für Tore, in der Innenverteidigung zeichnet sich Tim Weskamp aus. Frank Krüger und Marcel Dymid geben laut Tolk der Mannschaft die nötige Stabilität.
In kleinen Gruppen
Aber auch auf sein Umfeld hinter der Außenlinie kann sich der 34-Jährige stets verlassen. „Ich muss nicht alles selber machen und bin froh, dass ich auch mal in kleineren Gruppen intensiv mit den Jungs arbeiten kann“, empfindet er die Arbeitsatmosphäre in Weitmar als sehr angenehm. „Meine beiden Co-Trainer Nico Fiedler und Holger Buchholz nehmen mir viel Arbeit ab. Zudem kümmert sich unser Betreuer, Rolf Kruspe, um vieles und unterstützt die Jungs, wo er nur kann.“
Morgen spielen die „45er“ zunächst zu Hause gegen den Tabellenvierten DJK Adler Dahlhausen. „Zu Hause zählt für mich immer nur ein Sieg“, steht für Lars Tolk fest. „Deshalb spielen wir natürlich auch auf drei Punkte.“ Dabei würden sich Trainer und Mannschaft sehr freuen, wenn auch schon mal mehr Zuschauer um 12.45 Uhr den Weg zum Platz finden würden. „Das hat die Mannschaft einfach auch verdient.“ Gegen Adler Dahlhausen kann die Tolk-Elf zumindest morgen wieder die Ambitionen unterstreichen.
Quelle: RuhrNachrichten Sonderbeilage "Ballkontakt" vom 26.11.2011
